22. Juni 2011

un|verbindlich

Früher wollte das Frühlingsmädchen nie wissen. Jetzt ist es älter geworden und die Uhr tickt laut, die Tage und Jahre vergehen wie Luftpostliebesbriefe an den Liebsten, der auf einer stürmischen Insel sitzt und auf Schönwetter wartet, während am Ufer die Aufwartungen salzverzehrt sterben.
Die Sonnenbrille beschlägt vom heißen Atem der Unverbindlichkeit und wir lachen, bis uns die Realität die Kehle zuschnürt. Alltag ist grau, dachte das Frühlingsmädchen, Alltag muss grau sein. Aber Alltag ist das, was uns am Leben hält, wenn man das Nichtwissenwollen eintauscht gegen die wohligwarme Umarmung des Zugeständnisses zu einem fremden Menschen, der einem so fern wie die Sonne an einem Gewittertag ist und so nah wie die Regentropfen auf der eigenen heißen Haut.
Lass mich wissen, Liebster, damit ich nicht dumm sterben muss vor Sehnsucht.

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