19. März 2012

hinter den augenlidern flackert es

Manchmal ist alles ein bisschen viel auf einmal, manchmal möchten wir mehrmehr und noch ein klein wenig obendrauf, das soll nie aufhören, flüstere ich und die Realität reißt mich am Riemen, für manche Dinge kommen wir immer zu spät. Den Raum betreten und das Herz in deine Richtung werfen, ganz heimlich nur, unter der Hand und der Musik, auf den Lippen brennt mir ein Kuss, ich weiß nicht wie, ich weiß nicht ob und frage still nach Erlaubnis. In mir drin tönt es und ein Echo hallt, ich fühle mich fehl am Platz, kann nichts beitragen und versuche auf Kosten anderer meine Seele mit Nahrung zu füttern. Muss ja nach hinten losgehen, sowas passiert ab und an, wenn man nicht recht nachdenkt oder einfach zu viel, muss ja, denke ich und frage mich, wie ich da eigentlich hineingeraten konnte, sprachlos in eine klingende Welt, taub in eine tönende Galaxie.

Kommentare (4)

  1. 19. März 2012
    M sagt...

    Keine Panik
    vor dem Frühling
    Mädchen

    Springteufel, Jonglierbälle
    und andre Taschenspielertricks
    dazwischen die Kafka-Ballerina
    auf dem Zirkuspferd
    der Seelöwe mit balancierter Puppe
    auf der Schnauze
    ein Salto mortale ohne Netz
    die zersägte Jungfrau
    und der Löwe im Feuerreif
    am besten noch ein Feuerwerk
    mit bunten Raketen
    nach der Vorstellung –

    ach so
    um nicht zu vergessen
    die zahllosen Stallknechte
    die eifrigen Pflegerinnen
    die Zeltauf- und –abbauer
    die Lastwagenfahrer

    jedenfalls die
    die umherziehen
    die was liegen lassen
    die den Dreck wegräumen
    die die Einnahmen zählen
    die die Kinder zur Schule bringen
    das Essen kochen
    das Feld bestellen
    im Supermarkt einkaufen
    das Bett aufschütteln
    Zeitung lesen
    sich die Zähne putzen
    vergessen, dass was auf´m Herd steht
    ach so das

    ja das
    was hinter den Kulissen spielt
    ist auch immer da
    nur nicht so hell
    nicht so laut
    das alles gehört
    keine Ahnung wem
    aber egal

    das alles
    gehört zu diesem
    verrückten Theaterzirkus

    und dann geht´s
    auch schon los:
    der Frühling kommt
    und was glaubst du
    was der wieder
    für einen Dreck hinterlässt
    da draußen in der Natur …
    und sonst wo
    und überhaupt

  2. 19. März 2012
    Fruehlingsmaedchen sagt...

    Und in der Manege stehst du
    allein zwischen
    Löwen und Pudeln
    Tigern und Äffchen
    kein Netz kein Halt
    nur Sägespäne

    Sie fängt deine Tränen
    deine Maske lacht
    halbgetragen
    klingt die Klarinette
    wie eine traurige Frau

  3. 20. März 2012
    M sagt...

    … selbst die schweigenden Molche
    die es eigentlich
    ja gar nicht gibt –
    wie du gesehen hast

    weil man sie gar nicht sieht
    mit oder ohne Lust
    ich schwöre dir
    sie machen Dreck

    hey sprich
    mit einem alten Axolotl
    (nicht dem, du weißt …, obwohl)
    nur ein paar Sätze mehr

    ich lausch dem
    Tonfall deiner Stimme –
    und mehr nich …
    komm … sprich

    ich aber sage dir
    (sagt man das so?):
    beinahe jedes Tier
    wird einsam alt

    das heißt allein
    in der Manege steh´n am End
    auch wenn es herzlos ist
    und klingt

    weil es das dumme Teil
    verloren hat, verschenkt
    von wegen
    Echo, Widerhall

  4. 23. März 2012
    M sagt...

    … und dann stehst du wieder mal da
    als wäre nichts gewesen
    aber so rein gar nichts
    dass du dich nicht nur
    nicht daran erinnern kannst
    sondern schon gar nicht mehr
    vergessen hast woran

    so neu bis du
    dass es dir gar nicht
    schwer fällt wieder nicht
    und wider nicht zu schlafen
    so stark träumst du

    nur dass es um drei Uhr früh
    immer so kalt wird um die Füße

    … muss das denn sein?

    ja, das geht!

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