13. Dezember 2011

der einsame saxophonist spielt den grenzgängerblues

Wir wandern und warten, halten inne, halten aus und uns an den Händen manchmal. Das ist ein Gefühl wie ein Orchesterdebakel, crescendo mit Blick zum Himmel, überbordend, die Wellen schlagen hoch und mein Herz. Ich möchte sagen, dass es in deinen Händen liegt, aber das stimmt nicht. Man formt aus den Händen ein Nest und ich lege mein Herz für ein bisschen Ruhe hinein, für ein bisschen Ablenkung und Wärme in dieser Zeit, und wenn wir gehen, legt man es vorsichtig zurück an seinen Platz, ganz sachte, damit es nicht zerkratzt. Ich möchte das mit der Selbstverständlichkeit eines traurigen Clowns tun und weiß nicht, ob es klappt, wir verlieren uns in unseren Geistern und Welten und an den Grenzen stehen keine Schlagbäume, nur Schilder. Wegen Baustelle geschlossen. Aber innendrin sind wir jung und dumm und mutig genug, auf den Baugerüsten herumzuklettern, mit dem feuchten Beton Luftschlösser zu bauen, Mauern einzureißen mit Vorschlaghammern groß und klein wie wir selbst, fortissimo, ein Kuss, decrescendo, ein Blick, ein Blues, ein Saxophon und das Kleingeld in meiner Tasche werfe ich in deinen Hut.

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