18. September 2011

schlüssel|fertig

Ein Glück bist du. Trägst mich über den schlammigen Boden meiner Angst und fragst nicht nach morgen, heute ist dir genug, hier und jetzt mit den Füßen unter meinem Tisch und einer Tasse Kaffee, während ich über Eis gehe und ständig fürchte, das Gleichgewicht zu verlieren. Ich schwanke, zugegeben. Ich schwanke und sterbe mitunter viele kleine Tode in einer einzigen Nacht, weil ich alles will, weil ich keine Türen schließen will, es könnte für immer sein, für immer, das klingt so schrecklich endgültig. Du aber, du machst das Tor auf, so weit es irgend geht. Ich stehe unschlüssig davor, weil ich damit nicht umgehen kann, weil ich die letzten Monate vor verschlossenen Türen verbrachte, auf Knien zu oft, in Demut und geduckt, als hätte ich verlernt, aufrecht zu gehen, die Fingerknöchel wundgeklopft am spröden Holz.

Du musst doch auch mal an dich denken, sagt man mir. Und: Glücklichsein, das muss man einfach nur zulassen.

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