23. Juli 2011

maß|los

Wogen glätten sich mitunter. Die Tiefen und Untiefen aber bestehen weiterhin, sie sind nur unsichtbar – die Oberfläche ein Spiegel und ich sehe dich darin. Wie Freunde eben, wie Kollegen, nichts weiter; ich schwebe im emotionalen Vakuum und treibe dahin. Mein Kopf steinschwer und federleicht die Gefühle, die mir irgendwo unterwegs entglitten sind, davongeflattert, hoch über mir, aus dem Sichtfeld. Ich kann nicht einfach ungeschehen machen, was passiert ist. Du ebenso wenig. Wir begegnen uns, deine Umarmung ein Anker auf landloser See, ein kurzer Halt und deine Wärme, dein Lachen, deine Haut, ich will dich küssen, will dich vergessen. Ich blicke von oben auf mich herunter und sehe, sehe nicht, sehe, dass ich nichts sehe, alles verschwommen da unten, nichts greifbares, nicht gut noch schlecht, nicht da, nicht fort, nur Grautöne und Schattierungen. Dabei ist schwarz und weiß doch viel einfacher, ganz oder gar nicht viel leichter zu verstehen.
Ich denke nicht. Ich fühle nicht. Ich weiß nicht, was passiert.

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