17. Juli 2011

tro|janer

Verhärtet ist nicht das Herz sondern seine Wunden, verhärtet und narbenwulstig. Darunter das zarte Sein, irgendwo versteckt zwischen den Jahren und Erinnerungen, du ahnst es aber siehst es nicht.

Die Mauer wächst stetig und wird von Tag zu Tag stabiler, eine Mauer aus Narben und Wut und Wille zum Schutz. Noch dringt manches durch bis ins Zentrum, ein Stich nur, stecknadelklein, während außen das Leben tobt. Doch auch die letzten Schlupflöcher wirst du noch füllen, mit Missverständnissen vielleicht, mit Dystopien und Ablenkungen, bis alles wieder beim Alten ist und du dich wiederfindest auf vertrautem Terrain, wo du dich auskennst und blind navigieren kannst. Blind für die anderen, blind für dich selbst.

Kommentare (2)

  1. 24. August 2011
    Anna Licht sagt...

    Oh.Ja.
    So 2011. So die letzten Jahre.

    So paradox, manchmal einen kurzen Blick auf die eigene Blindheit werfen zu können.

    • 24. August 2011

      Gerade 2011 scheint mir ein trojanisches Jahr zu sein.

      Dabei hätte ich doch lieber Einhörner statt Holz- und Steckenpferde.

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