1. November 2017

der flickenteppich, den wir leben nennen

Dann eben so: Mit den Kindern basteln. Halloween feiern und Süßigkeiten vernichten. Kekse backen. Dinge tun. Ich könnte das tagein tagaus, Hausfrau sein, nähen und werkeln und wurschteln; ich verstehe das von Jahr zu Jahr besser, wie andere das aushalten oder besser gesagt: wie sie das Leben /dadurch/ aushalten. Wie das so unkompliziert daher kommt, dieses Gefühl, etwas getan zu haben, das irgendwas nützt: Schau, wie schön die Plätzchen geworden sind und wie die Kinderaugen leuchten. Wie hübsch unsere Kürbisköpfe leuchten und wie lecker der Pudding schmeckt. Und auf dem Tisch liegen die Rechnungen, hier, ihr kleinen Monster mit den vielen Zahlen drauf, ich back euch einen Kuchen mit extra vielen Smarties drauf.

Kommentare (2)

  1. 3. November 2017
    Michael sagt...

    Immer schon war der Herbst deine Jahreszeit. Nicht wegen der niedrigen Temperatur, die den Dauerlauf angenehmer macht als die Hitze des Sommers, sondern wegen der satten Farben, die die Sonnenstrahlen durch die klare Luft – sofern sich der Nebel verflüchtigt hat – mit umso gnadenloserer Akkuratesse in die Blätter eines Bilderbuchs brennt, in das du dich gegen Abend hineinlesen kannst bis du einschläfst. Nicht wegen der Aussicht auf Backofengemütlichkeit und Kerzenlicht, sondern wegen des Ausblicks auf die von dir beackerte Landschaft, auf Frucht und Blatt in deiner Hand, auf den Weg hinauf, den du sie getragen hast – bis auf die Höhe, von der du zurückschaust über Hügel und flache Ebenen. Und du liest im Verlauf der getrockneten spröden Adern des Blatts in deiner Hand.

  2. 3. November 2017
    Michael sagt...

    Gut, dass du schreibst.

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