21. Juni 2012

viele risse geben noch lange keine grube

Hast du jemals daran geglaubt, fragst du und ich antworte mit einem Rätsel und einer Gegenfrage; wenn die Musik laut genug ist, kannst du meine Zweifel nicht hören und Sehen in diesem Nebel heutzutage ist ohnehin schwer, der Alltag nimmt uns bei der Hand und die Angst kommt und geht, kommt und geht und bleibt manchmal, es fühlt sich endgültig an und die wenigen positiven Beispiele musst du mit Wut und Zorn und Wodka ans Licht zerren. Wie totes Gewebe schlabbert dein Herz und dein Hirn in dir rum und all die Komplimente bringen nur wenig, kennste schon, haste schon mal gehört, hält nicht lang genug an; das Kopfkino springt an und kurz vor den wirklich interessanten Stellen, den Szenen mit Liebe und Hass und Verzweiflung und Blut und abgetrennten Körperteilen, bleibt der Film hängen, wieder und wieder an der selben Stelle.  Und wo leiht man sich heute schon einen neuen Film, wo es doch keine Videotheken mehr gibt, die dich wenigstens für fünfzehn Minuten an die frische Luft treiben könnten; stattdessen Stream ab, aber deine Bandbreite macht das irgendwie nicht mit.

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