14. März 2012

nachts liegen die felder brach

Fünf Stunden Schlaf sind genug, fünf Stunden Schlaf müssen genug sein, Nacht für Nacht für Nacht, wenn du noch Zeit für das Leben haben willst. Mein Tag bräuchte 36 Stunden in diesen verknautschten Wochen, in denen man mit allem herumjongliert und strauchelt manchmal, das Leben ist keine Wellnessfarm und hat hin und wieder Eier aus Stahl, reintreten bringt nichts, du brichst dir nur die Zehen dabei. Durch/aushalten, weitermachen und ein bisschen in die Kamera grinsen, sich auf Dinge freuenfreuen, als wäre Weihnachten nicht eben erst vorbei und im Büro einschlafen mit offenen Augen, bis dich dein eigenes Schnarchen weckt, scheiß auf den Chef, scheiß auf den sicheren Job, wenn doch dein Glück niemals am seidenen Faden einer Firma hängen wird, fünf Stunden Schlaf sind genug im Tausch für das Ich.

Kommentare (2)

  1. 16. März 2012
    M sagt...

    Zum Beispiel

    Zum Beispiel die Vögel:
    die Möwen, über dem Wasser –
    nein, nicht die von Alfred …
    obwohl – die auch
    Die Vögel also
    zum Beispiel
    die schlafen im Flug
    Wie?! – Die schreien!
    Die schreien?
    Die schreien nicht!

    Sie wechseln sich ab …
    Nur einer gibt Laut
    wenn einer
    abzustürzen droht
    Immer abwechselnd
    Das ist kein Sekundenschlaf
    Keiner stürzt ab
    Die sind so und fühlen sich wohl
    Und die Krähen …
    Die machen das genauso

    Und die kleinen
    die zwitschern
    auch nicht
    nur aus Lust

    Nächtelang
    hab ich das
    nicht nur einfach so
    gehört

    Das kannst du auch:
    Am Fenster sitzen
    an dieser Membran
    die zittert wenn ein Laster
    rangiert und beschlägt
    vom warmen Atem
    wenn es irgendwie kalt ist
    und draußen
    anders als drinnen
    und ein Film drauf liegt

    Zum Putzen?
    Nimm dir keine Zeit
    Es gibt nie genug
    vom Schlaf zum Beispiel
    Nur das Nichts gibt`s
    Ums zu verpassen
    brauchst du nur –
    na? – wie sagt man?
    die Membran anzufassen
    den Film, aber pass auf

    Zum Beispiel die Vögel
    Ganz genau die auf den Dächern
    Krähen also, nicht Möwen
    wenn die so tun
    als ob sie schliefen
    schauen auch und irgendwo
    durch so ein Fenster
    Nie gibt´s genug
    zum Beispiel Zeit
    um sich mal auszuruh´n

    Und die kleinen Mätze
    zwitschern
    auch nicht
    einfach so

    M

  2. 16. März 2012
    Fruehlingsmaedchen sagt...

    „Und die kleinen
    zwitschern
    auch nicht
    einfach so“

    Mein Herz ein Sperling, flügge und leicht.

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