28. November 2011

matrosen teilen sich die wahrheiten über seeungeheuer

Auf Wellen reiten wir und miteinander, in diesem Ozean aus Nähe, hier eine Insel, da das Festland in Sicht, nur nicht anlegen, immer weiter. Der Wind hinterlässt salzige Spuren auf meinem Gesicht, es riecht nach Freiheit und versunkenen Schätzen tief unter der Gischt, die brodelt und tanzt. Während wir uns an der Reling festhalten, um gemeinsam Seemannsgarn zu spinnen und den Riesenkraken Geheimnisse zuzuflüstern, will ein Sturm losbrechen und schafft es nicht, weil die Wolken dagegenhalten und der Regen Angst bekommt vor der Leichtigkeit unseres Bootes, weil wir lachen statt zu fürchten und den Sirenen ernsthaft zuhören, um ihnen zu zeigen, dass wir für alles Verständnis haben. Auch für die Gestrandeten und die Gescheiterten und für die verwirrten Verwirrenden, für zerbrochene Planken und dieses sagenhafte Leck im Bug, für die salzverkrusteten Narben in unseren Herzen und das Süßwasser unserer Tränen. Uns spült es niemals an Land, schiffbrüchig treibt es uns von Ozean zu Ozean, von Wahrheit zu Wahrheit, von dir zu mir und zurück zu den Atollen, unser Boot kann nicht kentern, ich weiß das, ich weiß das, frag nicht woher.

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