11. November 2011

zehen|geständnis

Ob das gutgehen kann, fragst du dich. Ob das auch wirklich gutgehen kann, mit diesem Leben, dass dir nur halb passt. So wie ein Paar Schuhe aus dem Schlussverkauf, „aber sie haben doch so schön ausgesehen, da im Neonlicht zwischen all den anderen Schuhen“. Bei Tageslicht dann oder noch schlimmer: bei Nacht dann, da gefällt dir die Farbe nicht mehr und das Leder ist fleckig, die Sohle rutschig und beim Laufen auf dem unwegsamen Gelände des Miteinanders holst du dir Blasen wie niemals zuvor.

Zieh die Schuhe aus, stich die Blasen auf mit einer dreckigen Nadel, damit du noch lange zehren kannst von den Schmerzen; auf dass du etwas lernen magst für das nächste Mal. Bedenke: barfuß ist in diesem Winter keine Alternative und niemand ist da, der deine Füße waschen und ölen wird, die Wollsocken sind im Feuer deiner Lügen verbrannt und unter der Bettdecke bleiben deine Zehen kalt wie die Eisklümpchen, die dir das Herz verstopfen. Schnee auf mein Haupt, Salz auf meine Wunden, Wärme all denen, denen ich noch etwas schuldig bin – könnte ich gehen auf meinen wunden Sohlen, ich würde laufen ans Ende der Welt, damit ihr mir vergebt.

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