12. September 2011

fru|gil

Himbeermarmelade. Sie bringt mich um den Verstand. Du hast mich zum Himbeermädchen gemacht, mit der kindlichen Süße rosaroter Früchte, diesem Sommerversprechen von reifen Beeren am Wegesrand, von saftigem Zungenspiel und lieblicher Weichheit, ein Märchen aus Himbeerkörnchen zwischen den Zähnen und diesem Lachen wie Wolkengesang. Ich kann keine Himbeeren mehr sehen, der Sirup unberührt auf dem Küchenregal, die Himbeermarmelade missachtet im Kühlschrank, Himbeerjoghurt, Lassi, Eis, ich will das alles nicht mehr, ich weigere mich, wehre mich und finde meinen Feind in Obst. Wie traurig kann ich eigentlich sein, dass ich Obst verantwortlich mache für etwas, für das nur ich etwas kann. Und du vielleicht ein bisschen dazugetan hast.

Auf meinem Brot nur noch Heidelbeeren, schwarz und bittersüß wie die Liebe.

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